Botschaft an Nestlé: Give the Orang-Utan a break PDF Drucken E-Mail

 "Give the Orang-Utan a break", forderten wir am Samstag, 10.04. mit Protestpostkarten, Flugblättern und Postern in der Freiburger Innenstadt. Wir informierten Passanten, wie der Lebensmittelhersteller Nestlé zur Zerstörung des Urwaldes und damit unter Anderem zum Aussterben der bedrohten Orang-Utans und anderer Tierarten beiträgt. Nestlé verwendet Palmöl der Sinar Mas Gruppe, die die Regenwälder Indonesiens abholzt, um Ölpalmplantagen anzulegen. Das Palmöl verwendet Nestlé zum Beispiel für den Schokoriegel Kitkat. Wir fordern von Nestlé und seinen Lieferanten endlich die Zusammenarbeit mit Sinar Mas zu beenden. 

 Der indonesische Palmölproduzent Sinar Mas ist verantwortlich für die Rodung weitflächiger Urwaldgebiete in Indonesien. Er verstößt dabei gegen internationale Standards und indonesisches Recht und hat nichts des zu Trotz massive Expansionspläne, denn allein Nestlé nimmt Sinar Mas jährlich 320.000 Tonnen Palmöl ab.

Nach Greenpeace-Protesten im März kündigte Nestlé die direkten Lieferverträge mit Sinar Mas, bezieht allerdings den Großteil des verwendeten Palmöls weiterhin über Zwischenhändler, die immer noch von Sinar Mas kaufen. Bisher setzt das Unternehmen auf eine Verzögerungstaktik - und ist so mitverantwortlich für die fortschreitende illegale Abholzung des Regenwalds.

Sinar Mas betreibt über den Palmölhandel hinaus auch Tropenholz- und Zellstoffhandel. Viel Holz und Zellstoff bleibt im asiatischen Raum, die besten Hölzer jedoch finden wir bei uns in Haus und Garten, in Form von Gartenmöbeln, beispielsweise.

Bei einer umfangreichen Recherche konnten Aktivisten von Greenpeace Freiburg auch in regionalen Geschäften Hölzer finden, die aus Urwaldzerstörung in Indonesien stammen. Zum vierten Mal in Folge hat Greenpeace Freiburg deshalb den Einkaufsratgeber Gartenmöbel veröffentlicht, in welchem Gartenmöbel-Anbieter im Raum Freiburg auf ihr Sortiment untersucht wurden. Inzwischen haben viele Geschäfte auf heimische Hölzer oder Tropenhölzer mit dem FSC-Siegel umgestellt, aber immer noch gibt es vereinzelt auch in Freiburg Holz aus Urwald-Raubbau zu kaufen! Um diesem Skandal endlich einen Riegel vorzuschieben, hat Greenpeace Freiburg die Kampagne "Urwaldfreundliches Freiburg" ins Leben gerufen, die zum Ziel hat, dass in der Ökohaupstadt Deutschlands kein Holz aus Urwaldzerstörung mehr gehandelt wird. Neben prominenten Unterstützern wie der Stadt Freiburg, dem BUND oder Amnesty International haben inzwischen auch einige Holzhändler dieses Abkommen unterzeichnet und somit einen wichtigen Schritt zur Rettung und Erhaltung der letzten Urwälder der Erde getan.

Das Interesse der Passanten an unserem Infostand war groß: Insgesamt konnten wir über 200 Protestpostkarten sammeln, welche auf dem Postweg an die Nestlé-Zentrale in Deutschland versandt wurden. Außerdem unterzeichneten mehr als 400 Passanten die Unterschriften-Liste für ein urwaldfreundliches Freiburg, so dass damit unsere lokale Kampagne bereits von über 2000 Freiburger Bürgerinnen und Bürgern unterstützt wird!

Presseerklärung zur Aktion gegen Palmöl aus Urwaldzerstörung