VW geizt beim Klimaschutz PDF Drucken E-Mail
Mit einem bundesweiten Aktionstag forderten am 29.10. Greenpeace-Aktivisten - u.a. in Freiburg - Volkswagen zu einer klimafreundlicheren Modellpolitik auf. Die Umweltschützer sammelten Unterschriften auf Autoüberzügen mit der Aufschrift „VW – das Problem“ in Anspielung auf den Markenslogan „VW – das Auto“. Zudem konnten Passanten Postkarten mit ihren Forderungen an Konzernchef Winterkorn verschicken. Obwohl Volkswagen bereits Konzepte für Ein-, Zwei- und Drei-Liter-Autos sowie eine eigene Technik für effizientere Autos entwickelt hat, überschwemmt der Konzern den Markt mit klimafeindlichen Spritschluckern. Allein die rund 2,9 Millionen in Europa verkauften Autos im Jahr 2010 werden während ihrer Nutzungsdauer über 60 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. „Es ist skandalös, dass VW seine eigene Spritspartechnik nicht serienmäßig auf die Straße bringt“, sagt Andreas Zwerger, Ansprechpartner der Greenpeace-Gruppe Freiburg, "auch könnte ein serienmäßiger Einbau die Kosten für die Bluemotion-Technik deutlich senken".
 
 
Freiburger VW Händler machen in Verkaufsgesprächen immer mehr die Erfahrung, dass der Kunde sehr wohl bereit ist, einen etwas höheren Preis zu zahlen, wenn klar ist, dass das Geld in den Umweltschutz fließt und nicht in die Taschen von VW. Je nach angenommener Benzin-Preisentwicklung amortisiert sich die Investition in die überteuerte Spritspartechnologie schon heute nach ca. 50.000km.
Daher bleibt unverständlich, dass auch die neuen Modelle des Autoherstellers serienmäßig auf Bluemotion verzichten. Das unterstreicht die mangelnden Klimaschutzabsichten von VW. Der aktuelle Kleinstwagen up! ist ein richtiger Schluckspecht, der in der 60-PS-Version 4,5 Liter verbraucht und über 100 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstößt. Im Vergleich sind sogar der schwerere Golf, Polo oder Passat mit einem niedigeren CO2-Ausstoß umweltfreundlicher.
Deswegen fordert Greenpeace von VW, die klimaschädlichen Emissionen seiner Neuwagenflotte bis zum Jahr 2020 entsprechend dem diskutierten europäischen Grenzwert von durchschnittlich 80 Gramm CO2/Kilometer zu drosseln.
Neben der Senkung der Emissionen von privaten Fahrzeugen ist Greenpeace Freiburg jedoch auch ein Nachdenken über die zukünftigen Mobilitätskonzepte wichtig. "Auch das Elektroauto kann seinen Beitrag zum Klimaschutz nur leisten, wenn es nicht als Ersatz für konventionelle PKWs genutzt wird, sondern auf Kurzstrecken das Angebot von Bussen und Bahnen ergänzt", so Andreas Hege, von Greenpeace Freiburg. "Zudem muss der Akku dann mit Ökostrom geladen sein!"
Um die Mobilität der Zukunft klimafreundlich zu gestalten, muss der öffentliche Personennahverkehr stärker als bisher durch Bike- oder CarSharing-Angebote ergänzt werden, die eine deutlich höhere Auslastung haben als die mageren 8-10% von privaten KFZ.
 
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